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AMNESTY INTERNATIONAL:
IRAN: ERNEUT MINDERJÄHRIGER STRAFTÄTER HINGERICHTET

19/. August 2008 - Reza Hejazi ist am 19. August 2008 im Gefängnis von Esfahan gehängt worden. Sein Anwalt wurde über die bevorstehende Hinrichtung nicht informiert, obwohl die Behörden nach iranischem Recht dazu verpflichtet sind, die VerteidigerInnen 48 Stunden vor der Hinrichtung darüber in Kenntnis zu setzen.
Am 18. August 2008 unterrichtete man die Familie von Reza Hejazi darüber, dass er sich nun in einer Zelle befände, in die zum Tode Verurteilte 24 Stunden vor der Hinrichtung verlegt werden. Die Angehörigen informierten seinen Anwalt, Mohammad Mostafaie. Um 4:30 Uhr des 19. August erreichte der Anwalt das Gefängnis in Esfahan und versuchte herauszufinden, wann genau die Hinrichtung stattfinden sollte.
Gefängniswärter sagten ihm, dass Hinrichtungen normalerweise zwischen 7 und 8 Uhr morgens stattfänden. Nachdem der Anwalt mehrere Stunden lang versucht hatte, einen Hinrichtungsaufschub zu erwirken, teilte ihm der für die Hinrichtungen verantwortliche Beamte mit, dass Reza Hejazis Hinrichtung aufgeschoben worden sei. Mohammad Mostafaie machte sich daraufhin auf den Rückweg in sein Büro in das fünf Stunden entfernte Teheran.
Unterwegs unterrichtete man ihn unvermittelt darüber, dass Reza Hejazi um 11 Uhr hingerichtet worden sei.
Reza Hejazi gehörte zu einer Gruppe, die am 18. September 2004 in eine Auseinandersetzung mit einem Mann verwickelt war, bei der dieser Mann tödlich mit einem Messer verletzt wurde. Reza Hejazi wurde festgenommen und unter Mordanklage gestellt. Am 14. November 2005 wurde er gemäß "Qesas" (Vergeltung) von der Abteilung 106 des ordentlichen Gerichts in Esfahan zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde von der Abteilung 28 des Obersten Gerichtshofs am 6. Juni 2006 bestätigt, obwohl man ihm nach iranischem Recht den Prozess vor einem Jugendgericht hätte machen müssen.
Seit 1990 hat der Iran mindestens 36 minderjährige StraftäterInnen hingerichtet, acht allein im Jahr 2007 und fünf im laufenden Jahr.
Das Völkerrecht untersagt in Artikel 6(5) des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte (IPBPR) und im UN-Übereinkommen über die Rechte des Kindes die Anwendung der Todesstrafe bei Minderjährigen. Als Vertragsstaat dieser beiden Abkommen hat sich der Iran verpflichtet, minderjährige StraftäterInnen, also diejenigen, die zur Tatzeit das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht hinzurichten.
Auch dem 17-jährigen Kamal droht die Hinrichtung - beteiligen Sie sich an unserer Eilaktion




Quelle: AMNESTY INTERNATIONAL

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