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Menschenrechte/Nachrichten |
Inhaftierte Gewerkschafter im Iran
Am 9. August 2006 wurde Mansour Osanloo, der Vorsitzende der iranischen Busfahrergewerkschaft, nach acht Monaten Haft vom iranischen Regime freigelassen. Heute, ein Jahr später, ist Mansour Osanloo abermals inhaftiert, ebenso wie sein kurdischer Kollege Mahmoud Salehi. Die Internationale Transportarbeiterföderation (ITF) hat den 9. August deshalb zum internationalen Solidaritätstag für die beiden Gewerkschafter ausgerufen. Die Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida beteiligt sich aktiv an dem Solidaritätstag, ebenso die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) und Amnesty International (AI). Wilhelm Haberzettl, Stellv. Vorsitzender der ITF und Vorsitzender der Sektion Verkehr in der vida, zu der Solidaritätsaktion: "Die Gewerkschafter im Iran kämpfen trotz vielfacher Repressalien mutig für die Rechte ihrer Kolleginnen und Kollegen. Wir unterstützen sie und fordern die Freilassung von Herrn Osanloo und Herrn Salehi." VertreterInnen von vida, GdG und AI haben heute, Donnerstag die von der ITF gesammelten Unterschriften zur Freilassung der beiden Gewerkschafter an die iranische Botschaft übergeben. Einen offiziellen Termin zur Übergabe der insgesamt rund 2.500 Unterschriften hatte die iranische Botschaft erst für 14. August zugesagt, trotzdem ließen es sich die GewerkschafterInnen und VertreterInnen von Amnesty international (AI) nicht nehmen, heute, am internationalen Aktionstag, vor die iranische Botschaft zu ziehen. Karl Kaiser, Zentralbetriebsratsvorsitzender der Wiener Linien und Vertreter der GdG, dazu: "Auch im Vorjahr haben wir von der GdG und die vormalige Gewerkschaft der Eisenbahner gemeinsam eine Protestveranstaltung in der ÖBB-Postbuswerkstätte in Erdberg abgehalten. Der internationale Druck ist wichtig - damit haben wir im Vorjahr letztendlich die Freilassung von Mansour Osanloo erreicht." Faire Haftbedingungen ausständig Mansour Osanloo wurde am 10. Juli dieses Jahres von Unbekannten "entführt". Die iranischen Behörden haben mittlerweile bestätigt, dass der Vorsitzende der Busfahrer-Gewerkschaft im Evin-Gefängnis in Teheran festgehalten wird. "Faire Haftbedingungen gibt es derzeit weder für ihn noch für seinen Kollegen Mahmoud Salehi, der unter schweren gesundheitlichen Problemen leidet. Beide dürfen weder einen Anwalt sehen noch erhalten sie ärztliche Hilfe", sagt Sabine Vogler von AI, die heftige Kritik an den menschenwidrigen Bedingungen im Iran übt. Oberstes Ziel bleibt die Freilassung der beiden Inhaftierten, auf der Forderungsliste der Gewerkschaften und von AI steht darüber hinaus die Herstellung von Meinungsfreiheit im Iran und die Verbesserung der Situation in den Gefängnissen. Die Inhaftierung der beiden Gewerkschafter sei "Teil eines Musters der Unterdrückung im Iran." Die iranische Busfahrergewerkschaft "Sherkart-e-Vahed", deren Vorsitzender Mansour Osanloo ist, wurde im Jahr 2003 wiederbegründet. Sie ist die einzige unabhängige Transportarbeitergewerkschaft im Iran. Einige VertreterInnen der Gewerkschaft vida haben Mansour Osanloo persönlich als engagierten Gewerkschafter kennen gelernt. Erst im Frühjahr dieses Jahres hat Mansour Osanloo bei Treffen in Brüssel und London über die schwierige Lage der Gewerkschaften im Iran berichtet. Weitere fünf Gewerkschafter im Iran festgenommen Am internationalen Solidaritätstag zur Freilassung der zwei Gewerkschafter hat Teheran fünf weitere Mitglieder der iranischen Busfahrergewerkschaft festgenommen. Dies teilte die Internationale Transportarbeiterföderation (ITF) am Donnerstag in einer Aussendung mit. Die fünf Gewerkschafter wurden während einer Kundgebung vor dem Haus von Mansour Osanloo verhaftet. Die Kundgebung selbst wurde von Sicherheitskräften, die um das Haus stationiert wurden, bedroht. GewerkschafterInnen von rund 32 Ländern protestierten am Donnerstag für die Freilassung Osanloos und seines Kollegen. ITF-Generalsekretär David Cockroft sagte: "Wenn die iranische Regierung wissen will, warum ArbeiterInnen weltweit sie unter Druck setzen, dann hat sie gerade die Antwort dafür gegeben. Die heutigen Festnahmen und Einschüchterungen zeigen, dass trotz aller vernünftigen Vorschläge, die ihr in den vergangenen zwei Jahren gemacht wurden, sie sich in einem sinkenden Kurs der fortdauernden Repression festgesetzt hat." Quelle: APA Quelle: www.eisenbahner.at |
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