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Medical Professionals for Human Rights in Iran – Austria
Komitee zur Verteidigung der Menschenrechte im Iran, Österreich.
Dringliche Presseaussendung:
Recht auf sauberes Trinkwasser im Iran statt Gewalt gegen friedliche Demonstrationen
Menschenrechtsorganisationen fordern Sofortmaßnahmen, ein Ende der Gewalt und mehr Druck auf die iranische Regierung!
Tue 27 07 2021

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Monatelange Dürre und eine seit Jahrzehnten verantwortungslose Wasser- und Landwirtschaftspolitik bedrohen Millionen Iraner*innen vor allem in der Provinz Khuzestan im Süd-Westen des Landes. Die verheerende Wasserkrise treibt die Menschen auf die Straße, es kommt in den letzten Wochen immer wieder zu Protesten gegen die Wasserknappheit und die Untätigkeit der Regierung. Weil es keine andere Möglichkeit gibt, auf ihre verzweifelte Situation aufmerksam zu machen, bleibt der Bevölkerung nur dieser Weg.
Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Michelle Bachelet forderte letzten Freitag die iranischen Behörden auf, die Wasserknappheit zu bekämpfen, anstatt Proteste mit übermäßiger Gewalt niederzuschlagen. In verschiedenen internationalen Quellen wird von 8 Todesopfern und Dutzenden Verhaftungen im Zusammenhang mit der gewaltsamen Auflösung von Demonstrationen berichtet. Viele durch Polizeischüsse Verletzte wagen sich außerdem nicht in die Krankenhäuser, weil sie Angst vor einer Festnahme haben.
Der Zugang zu sauberem Trinkwasser wird von den Vereinten Nationen als grundlegendes Menschenrecht betrachtet, das „unerlässlich für den vollen Genuss des Lebens und aller Menschenrechte“ ist. Obwohl auch der Iran völkerrechtlich zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet ist, hat Wasser- und Umweltschutz einen ebenso niedrigen Stellenwert wie der Schutz der Menschenrechte. Durch den Bau großer Staudämme wurden in den letzten Jahrzehnten Flüsse unterbrochen und Grundwasserleitungen abgeschnitten. In den letzten Monaten sind die Flussbette von Karkheh und Zohreh im Westen von Chuzestan ausgetrocknet, ebenso wie die Hoor-al-Azim-Feuchtgebiete (oder Howizeh-Sümpfe). Das führte zu extremer Wasserknappheit, massiven Schäden in der Landwirtschaft (verdorrte Felder und verdurstete Tiere) und zu Protesten unter Slogans wie „Wir haben Durst, Wasser ist unser Recht“ in mehreren Städten der Provinz.
Das „Komitee zur Verteidigung der Menschenrechte im Iran – Österreich“ und die „Iranian Medical Professionals for Human Rights –Austria“ unterstützen die Forderungen der Iranerinnen und Iraner in den Trockengebieten. Sie appellieren an die österreichische Politik, an die Europäische Union und die internationale Staatengemeinschaft den Iran unter Druck zu setzen, gegen die Wasserknappheit sofort Maßnahmen zu ergreifen, keinerlei Gewalt gegen die verzweifelten Demonstrierenden auszuüben und ihre fehlgeleitete Wasser- und Landwirtschaftspolitik zu ändern.

Prof. Dr. Siroos Mirzaei
Medical Professionals for Human Rights in Iran – Austria

Dr. Behrouz Bayat
Committee for the Defence of Human Rights in Iran


Dringliche Presseaussendung in PDF




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Komitee zur Verteidigung der Menschenrechte im Iran-Österreich
human-rights-iran.org