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Medical Professionals for Human Rights in Iran – Austria
Komitee zur Verteidigung der Menschenrechte im Iran, Österreich.
Wachsende Repression und die Gefahr der Verbreitung des Coronavirus unter politischen Gefangenen im Iran
Presse Aussendung
Tue 21 04 2020

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Überfüllte Gefängnisse einerseits und die mangelnde Einhaltung internationaler Gesundheitsstandards andererseits haben einen Nährboden für Infektionskrankheiten, insbesondere für Covid-19, in den iranischen Gefängnissen geschaffen.

Mitte Februar 2020 wurden in fünf chinesischen Gefängnissen mehr als 500 neue Fälle von Covid-19 festgestellt, obwohl die Zahl der Infizierten in den meisten chinesischen Städten zurückgegangen ist.

Es gab ähnliche Berichte aus iranischen Gefängnissen, die darauf hinweisen, dass eine große Anzahl von Gefangenen infiziert ist. Wie viele tatsächlich betroffen sind, ist jedoch ungewiss, denn die Behörden im Iran behandeln dies als eine sicherheitspolitische und regimegefährdende Angelegenheit.

Die Herrscher der Islamischen Republik versuchen, die Tragweite dieses Problems zu vertuschen, indem sie die Gefahr des Todes von Tausenden von Gefangenen verneinen und verharmlosen. Die meisten infizierten Gefangenen werden in den Gefängnissen Städte Urmia und Maschhad festgehalten.

In den letzten Tagen und Wochen haben Nachrichtenagenturen mehrmals darüber berichtet, dass Insassen in einigen Gefängnissen des Landes aus Angst vor der Verbreitung von Covid-19 rebelliert haben, was zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Gefängnispersonal und Gefangenen und letztlich leider zum Tod von 36 Insassen geführt hat.

Einer der jüngsten tragischen Fälle ist der Mord an Daniel Zin al-Abedin im Miandoab-Gefängnis (im Nordwesten Irans). Er wurde im September 2017 verhaftet und zum Tode verurteilt, bevor er 18 Jahre alt war. Nach einem Aufstand im Mahabad-Gefängnis wurde er in das Miandoab-Gefängnis gebracht, dort misshandelt und getötet. Seinen Eltern wird seine Leiche mit der Todesursache "Selbstmord" übergeben.

Der Sprecher des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Rupert Colville, äußerte große Besorgnis über das Schicksal von sechs weiteren Personen, die am 29. März 2020 zusammen mit Daniel Zina al-Abedin im Miandoab-Gefängnis geschlagen und misshandelt wurden.

Die Justizbehörde der Islamischen Republik hat zwar knapp 80.000 Gefangene aus iranischen Gefängnissen bedingt freigelassen (in Hausarrest mit eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten), um die Ausbreitung des Corona Virus zu verringern. Darunter befinden sich aber nur sehr wenige politische Gefangene.

Wir als Menschenrechtsgruppe und Aktivisten, die das gewalttätige Vorgehen und die Vertuschungspolitik der Justiz der Islamischen Republik verurteilen, drücken wir in dieser kritischen Zeit unsere tiefe Besorgnis aus und fordern nachdrücklich die Freilassung aller politischen Gefangenen Im Iran.

Das Leben dieser Menschen, die hinter Gittern sitzen und mit Repressalien konfrontiert sind, nur weil sie sich um eine gesellschaftspolitische Teilhabe bemühen und sich für die Möglichkeit einer legitimen Beteiligung an der Bestimmung des Schicksals ihres Landes einsetzen, ist in ernster Gefahr.

Herr Khamenei als oberster Führer er islamischen Republik, der Justizapparat der I.R., die Kommandeure der Revolutionsgarden (Pasdaran) und die Regierung von Präsident Rouhani sind für das Leben dieser Menschen verantwortlich!

20.04.2020


Medical Professionals for Human Rights in Iran – Austria Vorsitzender: Med.-Rat Dr. Ali Gouché
Sprecher: Prof. Dr. Siroos Mirzaei
Getreidemarkt 11 / re. Stiege /23a
1060 Wien, , Austria
Kontakt: Email:presse@iranmed.at
Tel.: +43 664 3816666

Komitee zur Verteidigung der Menschenrechte im Iran, Österreich Dr. Behrooz Bayat

http://www.human-rights-iran.org
Email: info@human-rights-iran.org




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