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Medical Professionals for Human Rights in Iran – Austria
Komitee zur Verteidigung der Menschenrechte im Iran, Österreich.
Lange Gefängnisstrafe für Umweltschützer im Iran
Grobe Menschenrechtsverletzung
Fri 28 02 2020

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Am 24.01.2018 wurden acht Mitglieder der “Persian Wildlife Heritage Foundation”, die sich für den Erhalt der iranischen Tierwelt und der Förderung von Naturschutzprojekten einsetzt, unter dem Vorwurf verhaftet, Militäranlagen ausspioniert zu haben. Unter ihnen war auch der Gründer der Organisation, Herr Dr. Seyed-Emami, der im Februar 2018 im Gefängnis unter ungeklärten Umständen verstarb.
Obwohl die Regierung Rohani und der Leiter der iranischen Umweltschutzbehörde deutlich gemacht haben, dass die Spionagevorwürfe gegen die Umweltschützer falsch sind, wurde die U-Haft nicht aufgehoben.
Am 21.11.2019 wurden sechs der acht noch in Haft sitzendenden Umweltschützer wegen „Zusammenarbeit mit der feindlichen Regierung von Amerika“ zu Freiheitsstrafen zwischen sechs und zehn Jahren verurteilt, einige zusätzlich zu hohen Geldstrafen.
Die Umweltschützer hatten seit ihrer Inhaftierung im Februar 2018 kaum Zugang zu anwaltlicher Hilfe. Anwalt Mohammed Hossein Aghasi sagte der Zeitung "Schargh", er habe nicht an dem Prozess teilnehmen können, da der Staat den Angeklagten eigene Anwälte zugeteilt habe.
Später wurde ihnen auch "Korruption auf Erden" vorgeworfen, worauf im Iran die Todesstrafe steht. Dieser Vorwurf wurde später fallen gelassen. Jedoch wurden sie noch weiterer Straftaten beschuldigt.
Am 17.02.2020 teilte der Justizsprecher laut der staatlichen Nachrichtenagentur Isna mit, dass das Urteil gegen die acht Aktivisten wegen der „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit“ bestätigt wurde.
Das Urteil lautet auf 10 Jahre Haft für Frau Niloufar Bayani und Herrn Morad Tahbaz, 8 Jahre Haft für Herrn Houman Jowkar und Herrn Taher Ghadirian, 6 Jahre Haft für Frau Sepideh Kashani , Herrn Amirhossein Khaleghi, Herrn Sam Rajabi, sowie 4 Jahre Haft für Herrn Abdolreza Kouhpayeh.
Seit Jahren spitzen sich im Iran die Umweltprobleme zu. Besonders augenfällig sind die Folgen von nicht nachhaltiger Wassernutzung und zunehmenden Dürren. Der Iran leidet unter enormer Wasserknappheit. Die Zerstörung der Natur und Wälder und vor allem der Wasserreservoire aus Wirtschaftsinteressen haben Spuren hinterlassen. An vielen Wirtschaftsunternehmen, die sich um Nachhaltigkeit nicht kümmern, sind die Revolutionsgarden oder andere staatliche Einrichtungen finanziell beteiligt.
Der Kampf gegen die Umweltverschmutzung im Iran ist ein hochpolitisches und gleichzeitig sensibles Thema. Die Führung der Islamischen Republik zeigt sich nicht gewillt, die Ursachen dieser Probleme anzugehen. Stattdessen werden systematisch UmweltaktivistInnen, die sich friedlich für den Schutz der natürlichen Ressourcen einsetzen und die auf Umweltprobleme aufmerksam machen, eingeschüchtert, bedroht und verhaftet. Mysteriöse Verhaftungen und Prozesse mit schweren Folgen für die Betroffenen sind keine Seltenheit im Iran.
Wir verurteilen auf das Schärfste die Verurteilung und Inhaftierung iranischer Umweltschützer und die mutwillige Zerstörung der Umwelt, insbesondere durch regierungsnahe Unternehmen. Wir sehen darin einen weiteren Beweis für die alltäglichen Menschenrechtsverletzungen durch das iranische Regime und fordern die sofortige Freilassung aller inhaftierten UmweltschützerInnen.

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Medical Professionals for Human Rights in Iran – Austria Vorsitzender: Med.-Rat Dr. Ali Gouché
Sprecher: Prof. Dr. Siroos Mirzaei
Getreidemarkt 11 / re. Stiege /23a
1060 Wien, , Austria
Kontakt: Email:presse@iranmed.at
Tel.: +43 664 3816666

Komitee zur Verteidigung der Menschenrechte im Iran, Österreich Dr. Behrooz Bayat

http://www.human-rights-iran.org
Email: info@human-rights-iran.org




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human-rights-iran.org